Zum Elfenstein in Bad Harzburg

Die Frage aller Fragen vor jeder Wanderung: Wo soll es heute hingehen? Meine Wanderkarte, das Stempelheft und das Buch „52 kleine & große Eskapaden im Harz“ auf der Couch verteilt, richtete sich mein Blick gen Bad Harzburg. „Da ist ein Stempel der Harzer Wandernadel, der sich noch nicht in meinem Wanderpass befindet.“ Somit stand das Ziel meiner heutigen, kleinen Sonntagswanderung fest – die Stempelstelle Nr. 120, der Elfenstein.

Bad Harzburg ist schon oft Ausgangspunkt meiner Wanderungen gewesen. Waren vor einigen Jahren noch das Molkenhaus, das Luchsgehege oder das Kreuz des deutschen Ostens beliebte Wanderziele, hat sich der Burgberg und auch der Baumwipfelpfad (mit neuer Attraktion, der Baumschwebebahn) als Touristen-Highlight entwickelt. Ich begebe mich heute aber auf die „andere Seite“ dieser Anziehungspunkte.

Ich: „Wir müssen zur Silberbornstraße. Soll ich es ins Navi eingeben?“ Mein Mann: „Nein, ich weiß, wo wir starten müssen!“  In Bad Harzburg am vermeintlichen Startpunkt meines Mannes angekommen, haben wir dann doch das Navi benutzt und sind in die komplett andere Richtung gefahren. Ich liebe meinen Mann…

Der Aufstieg zum Elfenstein verlief bei schönstem Novemberwetter im Zick-Zack durch einen bezaubernden Herbstwald. Immer wieder hat man einen fantastischen Blick auf Bad Harzburg und auf das Harzvorland. Das „Harzburger Fenster“ lädt zum kurzen Verweilen nach einem Anstieg aus.

Und nach knapp 1,5 km erreichte ich dann den Elfenstein. Im Mittelalter glaubten die Menschen, dass in diese Granitfelsen Elfen und andere Lichtgestalten wohnten. Nach der Erklimmung des Elfensteins belohnte mich ein überragender Blick in die Weite. Leider konnte ich den Stempel 120 nicht in meinen Wanderpass drücken, da er mal wieder geklaut war. Ich lasse mich jetzt nicht darüber aus, warum einige Menschen immer wieder Erfolgsprojekte sabotieren müssen. Per GPS registrierte ich in meiner Wandernadel-App den Stempel und werde ihn dann in Blankenburg bei der Harzer Wandernadel im Pass vervollständigen.

Blick über Bad Harzburg vom Elfenstein

Nach einer Stärkung ging es dann weiter auf dem Elfensteinweg Richtung Kästeklippe – mal wieder bergauf. Die Jacke hatte ich bereits ausgezogen, denn bei fast 15 Grad war es ein wunderbares Herbstwetter. Die Kästeklippe stand aber nicht auf dem heutigen Plan – es sollte eine gemütliche Runde werden. Am Kästeweg führte uns die Route dann nach links in Richtung Bleichtal. Wie fast überall im Harz säumten auch hier gefällte Bäume links und rechts unseren Wanderweg. Kurz vor dem Bleichtal konnte ich übrigens noch einen sogenannten Geisterstempel in die App eintragen – der Schlackenplatz. Geisterstempel befinden sich an Orten, wo früher einmal Stempelkästen gestanden haben.

Die letzte Etappe unseres Rundweges führte uns dann noch ca. 3 km durch das Bleichtal zurück zum Parkplatz. Hier schlängelte sich der kleine Fluss märchenhaft durch das Tal und ließ mich träumend die Wanderung genießen. Immer wieder bin ich nach den meisten Wanderungen gedanklich beruhigt und entspannt. Ich kann richtig abschalten und mich einfach nur auf die Natur einlassen. Ja, dies muss man erst lernen, aber wenn man es geschafft hat, kann es einem aus dem stressigen Alltag holen und die Möglichkeit für neue Gedanken schaffen. Probiert es einfach aus!

Ps: Wie im Buch „52 kleine & große Eskapaden im Harz“ empfohlen, hätte auch ich gern einen Abstecher in das Cafe „Winuwuk“ vorgenommen, aber es ist nun mal Corona-November. Dies wird aber definitiv nachgeholt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.